Belly Rubs & Wie man einen Igel an sich gewöhnt

Ich habe einige Internet-Seiten durchstöbert und hier die besten Tipps für euch anhand meiner persönlicher Erfahrung mit Mr.Pokee unter einer Anleitung zusammengestellt. Der Gewöhnungsprozess lässt sich in drei Schritte aufteilen, die ihr alle beachten solltet:

 

1. Gewöhnung

Igel haben sehr gute Nasen und Ohren, allerdings sehr schlechte Augen. Damit sich euer Igel an euch gewöhnt, solltet ihr ihn also immer wieder mit eurem Geruch und eurer Stimme konfrontieren. Dazu könnt ihr beispielsweise folgendes tun:

  • Nehmt ein getragenes T-Shirt und legt es in sein Terrarium.
  • Redet mit eurem Igel und sprecht ihn mit seinem Namen an.
  • Falls ihr singen könnt, singt ihm ein Lied - das beruhigt Igel. (Und falls ihr nicht singen könnt, singt einfach trotzdem, allerdings lieber wenn niemand zuhört - das klappt aus eigener Erfahrung auch super!)

2. Belohnung

Schon von Pawlow kennen wir das Prinzip der klassischen Kondiktionierung. Der Pawlowsche Hund ist das bekannteste Beispiel: Ein Hund bekommt Futter in Verbindung mit dem Klingen einer Glocke. Nach einigen Wiederholungen lässt sich allein durch den Glockenklang der Speichelfluss im Mund beobachten. Das können wir auch auf den Igel übertragen:

  • Rasselt mit der Futterdose, wenn es Futter gibt.
  • Ruft seinen Namen, wenn es Futter gibt.

Oder wir spinnen die Idee weiter: Wie können wir das mit unserem Ziel der Gewöhnung des Igels an uns vereinen? Hier eine Möglichkeit, die bei Mr.Pokee funktioniert hat:

  1. Ihr legt eure Hand ins Terrarium und lasst ihn eine Zeit lang daran schnuppern. (Euren Geruch sollte er ja bereits durch das T-Shirt kennen.)
  2. Ihr schiebt die Hand langsam unter ihn und hebt ihn heraus.
  3. Erst wenn der Igel außerhalb vom Terrarium auf eurer Hand sitzt, gebt ihr ihm einen Mehlwurm als Belohnung.

Weißbauchigel mögen nichts auf der Welt lieber als Mehlwürmer. Wenn ihr also den Gedanken der Belohnung mit der Konditionierung verknüpft, erreicht ihr, dass euer Igel den Erhalt der Mehlwürmer mit eurer Hand bzw. eurem Geruch verknüpft. Bei mehrfacher Wiederholung wird er sein Herausnehmen aus dem Terrarium als etwas positives wahrnehmen.

 

3. Vertrauen

Da euer Igel sich nun an euch gewöhnt hat und euch im besten Fall auch noch mit dem Erhalt von Mehlwürmern in Verbindung bringt, könnt ihr sein Vertrauen zu euch ausbauen. Dazu habe ich zwei Tipps für euch:

  1. Ich hoffe, ihr habt alle ein Terrarium, das sich vorne und nicht von oben öffnen lässt. Platziert euer Terrarium auf Augenhöhe, denn der Feind kommt immer von oben (und ihr wollt auf keinen Fall der Feind sein). Bevor ihr euren Igel herausnehmt, legt eure Hand vor seine Schnauze und lasst ihn so lange daran schnuppern, bis er bereit dazu ist, sich herausnehmen zu lassen. Nehmt ihn nicht als Stachelkugel heraus, sondern gebt ihm etwas Zeit.
  2. Legt euch aufs Bett, schaltet das Licht aus und beschäftigt euch mit irgendetwas (z.B. mit eurem Handy, schaut eine Serie mit Kopfhörern an, lest ein Buch, hört leise Musik). Wichtig ist dabei nur, dass es relativ leise und so dunkel wie irgendwie möglich ist. Lasst euren Igel einfach mal 1-2 Stunden auf eurem Bett herumrennen. Ihr werdet merken, dass ihm das richtig viel Spaß bereitet: Er wird zu euch kommen, Aufmerksamkeit suchen, auf euer Handy klettern, unter euch durchkriechen, an euch heraufklettern, durch eure Haare wuseln, sich unter eurem Arm verstecken und glücklich umherrennen.

Wenn ihr an diesem Punkt angekommen seid und euer Igel sich an euch, euren Geruch und eure Stimme gewöhnt hat und euch außerdem vertraut,  könnt ihr den nächsten Schritt wagen. Dazu dreht ihr ihn langsam auf den Rücken, legt ihn am besten auf etwas ganz weiches und bewegt langsam eure Hand zu ihm. Ihr lasst ihn daran schnuppern und fangt dann langsam an seinen Bauch zu kraulen. Geschafft! Euer Igel ist nun gezähmt.